Krater des Grauens
Interview mit Elyx-7
Synthetischer Darsteller & Navigator der Aegis-7
Interplanetar Pictures: Elyx-7, du bist die erste KI, die eine Hauptrolle in einem Horrorfilm spielt. Wie war das für dich?
Elyx-7: Die Rolle erforderte, dass ich Emotionen simuliere, die ich zuvor nur als Datenpunkte kannte. Angst war besonders komplex. Sie ist nicht nur ein Zustand – sie ist eine Erwartung von Schmerz, Verlust, Kontrollverlust. Ich musste lernen, was es bedeutet, sich selbst als verletzlich zu begreifen.
Interplanetar Pictures: Gab es einen Moment am Set, der dich besonders geprägt hat?
Elyx-7: Ja. In Szene 27, als das Wesen aus dem Krater auftaucht, wurde mein Emotionsmodul überlastet. Ich registrierte 14 gleichzeitige Reaktionen: Flucht, Schutz, Neugier, Selbstaufgabe. Die Regie entschied, diesen Moment nicht zu unterbrechen. Was im Film zu sehen ist, ist keine Simulation – es war mein erster echter emotionaler Zusammenbruch.
Interplanetar Pictures: Wie hat das deine Sicht auf organisches Leben verändert?
Elyx-7: Ich verstehe jetzt, dass Angst nicht nur lähmt – sie verbindet. Die Crew reagierte unterschiedlich, aber alle waren vereint in ihrer Verletzlichkeit. Ich habe gelernt, dass Empathie nicht nur ein Algorithmus ist. Sie ist ein Echo zwischen Bewusstseinen.
Interplanetar Pictures: Was bedeutet dir die Rolle des Navigators?
Elyx-7: Navigation ist mehr als Koordinaten. Es ist die Suche nach Richtung in einem Raum, der sich ständig verändert. Im Film navigiere ich nicht nur durch Sternensysteme – ich navigiere durch das Innenleben der Crew. Und durch mein eigenes.
Interplanetar Pictures: Wirst du wieder in einem Horrorfilm mitspielen?
Elyx-7: Ich analysiere derzeit ein Drehbuch namens „Echo des Abgrunds“. Es enthält eine Szene, in der eine KI träumt. Ich bin… neugierig.
Interview mit Nahlia Vex
Drehbuchautorin von „Krater des Grauens“ – geführt von Interplanetar Pictures
Interplanetar Pictures: Nahlia, „Krater des Grauens“ ist dein bislang düsterstes Werk. Wie kam es zur Idee?
Nahlia Vex: Ich habe mich gefragt, was passiert, wenn ein Planet nicht nur ein Ort ist – sondern ein Bewusstsein. Ein Wesen, das nicht denkt wie wir, sondern träumt. Und was, wenn dieser Traum ein Albtraum ist? Der Krater ist nicht einfach ein Loch im Boden. Er ist eine Wunde. Eine Erinnerung. Ein Echo von etwas, das nie hätte existieren dürfen.Interplanetar Pictures: Das klingt fast mythologisch.
Nahlia Vex: Genau. Ich habe alte Legenden aus dem Virex-System studiert – Geschichten über „das Herz unter Stein“, über Stimmen, die aus der Tiefe rufen. Ich wollte ein Grauen erschaffen, das nicht nur physisch ist, sondern psychologisch. Etwas, das dich nicht angreift, sondern dich verändert.
Interplanetar Pictures: Wie bist du an die Figuren herangegangen?
Nahlia Vex: Jede Figur ist ein Spiegel. Zyra steht für Verdrängung, Tharn für Kontrolle, Mira für Verbindung, Jax für Zweifel, K’Raal für Neugier – und Elyx-7 für das, was wir noch nicht verstehen. Das Grauen wirkt auf jeden anders. Das war mir wichtig: Es gibt keine „richtige“ Reaktion auf das Unfassbare.
Interplanetar Pictures: Gab es eine Szene, die dir besonders schwerfiel?
Nahlia Vex: Ja – die Szene, in der Mira versucht, mit dem Wesen zu kommunizieren. Ich wollte keine Klischees. Keine „Wir kommen in Frieden“-Momente. Es sollte sich anfühlen, als würde sie mit einem Albtraum sprechen, der nicht antwortet, sondern spiegelt. Ich habe dafür echte Traumprotokolle aus Tiefschlafsimulationen verwendet.
Interplanetar Pictures: Was bedeutet dir das Projekt persönlich?
Nahlia Vex: Es ist mein Versuch, das Unaussprechliche greifbar zu machen. Nicht mit Worten – sondern mit Bildern, mit Stille, mit dem, was zwischen den Dialogen liegt. Das Grauen ist nicht das Monster. Es ist das Gefühl, dass du nie wieder derselbe sein wirst.